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Kaufberatung: Maße, Grenzen und Antriebe
Vor einem Radkauf entscheiden vier Zahlen mehr als jede Markenfrage: Schrittlänge, Rahmengröße, zulässiges Gesamtgewicht und, beim E-Bike, Motorlage und Akkukapazität. Alles andere ist Ausstattung.

Die Reihenfolge, die Fehlkäufe verhindert
Die meisten Fehlkäufe entstehen nicht am Modell, sondern an der Reihenfolge. Wer damit anfängt, welches Rad gut bewertet ist, hat drei Entscheidungen übersprungen: die Rahmengröße, das zulässige Gesamtgewicht und den tatsächlichen Einsatzzweck. Alle drei lassen sich später nur teuer korrigieren.
Die Schrittlänge steht am Anfang, weil sich daraus die Rahmenhöhe ableiten lässt: mal 0,66 für City- und Trekkingräder, mal 0,665 für Rennräder, mal 0,57 für Mountainbikes. Danach folgt der Einsatzzweck, aus dem sich Reifenbreite, Übersetzungsbandbreite und Bremsenart ergeben. Erst dann wird die Modellauswahl klein genug, um sie sinnvoll zu vergleichen.
Gewichtsgrenzen richtig lesen
Das zulässige Gesamtgewicht umfasst Rad, Fahrer und alles Mitgeführte. Bei einem E-Bike mit 28 Kilogramm Eigengewicht und 150 Kilogramm Obergrenze bleiben 122 Kilogramm für Person und Gepäck, nicht 150.
Entscheidend sind zusätzlich die Einzelgrenzen, die unabhängig davon gelten: Gepäckträger meist 25 Kilogramm, gefederte Sattelstützen häufig 100 bis 120 Kilogramm Fahrergewicht, Kindersitze 22 Kilogramm. Diese Werte sind der häufigste Grund, warum ein nominell passendes Rad im Alltag an eine Grenze stößt.
Antrieb, Akku und Reichweite
Die Kapazität eines Akkus wird in Wattstunden angegeben und ist damit vergleichbar; die Kilometerangabe daneben ist es nicht. Realistische Verbrauchswerte liegen zwischen 7 Wattstunden pro Kilometer im Flachland bei niedriger Unterstützung und über 20 an Steigungen mit hoher Zuladung.
Bei der Motorlage gilt: Mittelmotoren arbeiten über die Gangschaltung und sind die beste Lösung für Steigungen und hohe Zuladung. Heckmotoren sind leiser und günstiger und fallen auf flachen Pendelstrecken kaum ab. Frontmotoren sind die einfachste Bauform, verlieren aber auf nassem Untergrund Traktion.
Beiträge in Kaufberatung

Der Einstieg in alle Kaufberatungen: welche Maße zuerst feststehen und welche Bauteile später zählen.02

Warum die Altersangabe auf dem Karton wenig aussagt und die Schrittlänge alles entscheidet.03

Warum die Rahmengröße beim BMX in Oberrohrlänge gemessen wird und Zollangaben in die Irre führen.04

Warum Herstellerreichweiten so hoch ausfallen und welche drei Zahlen stattdessen zählen.05

Zulässiges Gesamtgewicht, Speichenzahl, Bremsscheiben und die Bauteile mit eigener Gewichtsgrenze.
Häufige Fragen
Womit fange ich bei einem Radkauf an?
Mit der Schrittlänge und dem Einsatzzweck. Aus der Schrittlänge folgt die Rahmengröße, aus dem Einsatzzweck folgen Reifen, Übersetzung und Bremsen. Modelle kommen zuletzt.
Was zählt alles zum zulässigen Gesamtgewicht?
Das Rad, der Fahrer in kompletter Kleidung, jedes montierte Zubehör und alles Transportierte: Gepäck, Einkauf, Schloss, Kindersitz samt Kind.
Wie viele Wattstunden brauche ich?
Als Faustregel die doppelte Kapazität der rechnerisch nötigen Menge. Bei 12 Wattstunden pro Kilometer und 30 Kilometern Tagesstrecke sind das rund 720 Wattstunden Reserve, also ein 500er-Akku mit Nachladen oder ein 625er ohne.
Scheibenbremse oder Felgenbremse?
Bei Nässe, hohem Gewicht oder häufigen Abfahrten die hydraulische Scheibenbremse. Eine gut eingestellte Felgenbremse an einem leichten Rad im Flachland bleibt ausreichend und ist einfacher zu warten.
Kettenschaltung oder Nabenschaltung?
Nabenschaltungen schalten im Stand, sind gekapselt und wartungsarm, passend für Alltagsräder mit vielen Ampelstopps. Kettenschaltungen haben mehr Bandbreite und den besseren Wirkungsgrad, was bei Gepäck und Steigungen zählt.