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Was auf jede Radtour gehört

Stand: 20. Mai 2026Rubrik Rad fahr tools

Aufsicht auf Fahrradwerkzeug: Ersatzschlauch, Reifenheber, Multitool, Kettenschloss, Minipumpe, Flickzeug und Fahrradcomputer

Die meisten Pannen unterwegs sind technisch harmlos. Ein Platten, eine gerissene Kette, eine verstellte Bremse — alles in zehn bis zwanzig Minuten erledigt, sofern das passende Teil dabei ist. Ohne dieses Teil endet dieselbe Panne mit einem Fußmarsch oder einem Anruf. Der Unterschied zwischen beiden Ausgängen wiegt zusammen etwa 600 Gramm.

Die fünf Teile, die tatsächlich helfen

Ein Ersatzschlauch in der richtigen Größe. Auf dem Reifen steht die Dimension, etwa 37-622 oder 28×1.40. Der Schlauch muss dazu passen, und das Ventil zum Felgenloch: Sclaverand ist dünn und lang, Dunlop und Autoventil sind dicker. Ein zu dickes Ventil geht nicht durch die Felge, ein zu dünnes wackelt.

Zwei Reifenheber aus Kunststoff. Metall beschädigt Felgenflanken, besonders bei Carbon, und drückt den neuen Schlauch beim Einlegen gern ein.

Ein Multitool mit Inbus 2 bis 8 und Torx 25. Torx wird regelmäßig vergessen und ist an modernen Rädern für Bremsscheiben und viele Sattelklemmen zuständig. Ein integrierter Kettennieter deckt den seltenen, aber unlösbaren Fall ab.

Ein Kettenschloss in der passenden Gangzahl. Ein 11-fach-Schloss passt nicht an eine 9-fach-Kette. Das Teil kostet wenig und ist die einzige Möglichkeit, eine gerissene Kette am Straßenrand zu reparieren.

Eine Pumpe, die man auch benutzen kann. Sehr kleine Minipumpen erreichen rechnerisch hohe Drücke, brauchen dafür aber mehrere hundert Hübe. Eine Pumpe mit ausklappbarem Fußtritt und Schlauch ist zwanzig Gramm schwerer und deutlich schneller. CO2-Kartuschen sind schnell, aber einmalig: als Ergänzung sinnvoll, als einzige Lösung riskant.

Was zusätzlich mitfährt, ohne aufzufallen

Ein Ventiladapter auf Autoventil macht jede Tankstellen-Luftsäule nutzbar. Ein Paar Einweghandschuhe hält die Hände sauber, wenn die Kette im Spiel ist. Kabelbinder in zwei Längen lösen ein erstaunlich breites Spektrum an Provisorien, vom lockeren Schutzblech bis zur gebrochenen Flaschenhalterschraube. Und ein Stück Reifenflickband oder notfalls ein gefalteter Geldschein überbrückt einen Schnitt in der Reifenflanke, durch den sonst jeder neue Schlauch sofort wieder herausdrückt.

Zur Ausrüstung im weiteren Sinn gehört auch Wasser. Auf einer Zweistundentour im Sommer ist eine 750-Milliliter-Flasche keine Vorsichtsmaßnahme, sondern Grundbedarf.

Fahrradcomputer: was er kann, was das Handy nicht kann

Für die reine Aufzeichnung einer Strecke reicht ein Smartphone. Sobald eine Tour länger wird, verschieben sich die Vorteile: Ein Fahrradcomputer hält je nach Modell und Nutzung zwischen zehn und dreißig Stunden durch, bleibt bei direkter Sonne ablesbar und übersteht Regen ohne Zusatzhülle. Ein Smartphone mit dauerhaft aktivem GPS und hellem Display schafft davon einen Bruchteil.

Drei Klassen sind verbreitet. Einfache Geräte messen Geschwindigkeit, Strecke und Fahrzeit über einen Magnetsensor am Laufrad: robust, günstig, ohne Navigation. GPS-Geräte ohne Kartendarstellung zeichnen die Route auf und zeigen Richtungspfeile entlang eines vorher geladenen Tracks; für vorbereitete Touren ist das die praktischste Kombination aus Gewicht, Laufzeit und Preis. Geräte mit vollständiger Kartendarstellung navigieren frei, wiegen mehr und kosten ein Vielfaches.

Wer ohnehin einen Track vorbereitet, und das ist bei Touren entlang ausgeschilderter Routen wie dem Rheinradweg meist der Fall, kommt mit der mittleren Klasse am weitesten. Für das Alltagspendeln über eine bekannte Strecke reicht die einfachste.

Die Reihenfolge vor der Abfahrt

Bevor die Tasche gepackt wird, lohnt ein kurzer Durchgang am Rad selbst: Reifendruck prüfen, Bremshebel ziehen und auf Druckpunkt achten, Schnellspanner oder Steckachsen kontrollieren, Kette ansehen. Vier Handgriffe, keine zwei Minuten, und der weitaus größte Teil dessen, was unterwegs schiefgehen kann, entsteht genau hier.

Für alles, was danach kommt, gilt eine einfache Regel: Was einmal unterwegs gefehlt hat, kommt dauerhaft in die Tasche und wird dort vergessen. Genau so soll es sein.

Häufige Fragen

Was gehört mindestens in die Satteltasche?

Ein passender Ersatzschlauch, zwei Reifenheber, ein Multitool mit Inbus 2 bis 8 und Torx 25, ein Kettenschloss in der richtigen Gangzahl und eine funktionierende Pumpe. Diese fünf Teile decken den weitaus größten Teil aller Pannen unterwegs ab.

Flickzeug oder Ersatzschlauch?

Beides, aber in dieser Reihenfolge: unterwegs den Schlauch wechseln, zu Hause in Ruhe flicken. Ein Wechsel dauert zehn Minuten, ein sauberer Flicken braucht Trockenzeit und eine saubere Oberfläche, und beides gibt es am Straßenrand selten.

Welcher Reifendruck ist richtig?

Auf der Reifenflanke steht ein zulässiger Bereich, meist in bar und psi. Innerhalb dieses Bereichs gilt: mehr Gewicht und glatter Asphalt sprechen für das obere Ende, weniger Gewicht und rauer Untergrund für das untere. Zu hoher Druck kostet Grip und Komfort, zu niedriger erhöht das Risiko eines Durchschlags an der Felgenkante.

Braucht man einen Fahrradcomputer oder reicht das Handy?

Für die reine Streckenaufzeichnung reicht das Handy. Ein Fahrradcomputer hat drei praktische Vorteile: Er läuft deutlich länger als ein Smartphone-Akku, ist regendicht ohne Zusatzhülle und bleibt bei Sonne ablesbar. Für Tagestouren und alles darüber ist das der Unterschied zwischen Navigation und Stromsparmodus.

Was wird am häufigsten vergessen?

Der Ventiladapter. Wer ein Rad mit Sclaverand-Ventil fährt und an einer Tankstelle nachpumpen will, braucht einen Adapter auf Autoventil. Das Teil kostet wenig, wiegt nichts und entscheidet darüber, ob eine Luftsäule erreichbar ist oder nicht.