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Radwege: Breite, Beschilderung und Routen

Ein Radweg wird selten daran gemessen, ob er existiert, sondern daran, ob zwei Räder aneinander vorbeikommen. Genau an dieser Lücke zwischen Regelmaß und Bestand entscheidet sich, ob eine Strecke im Alltag benutzbar ist.

Leerer Zweirichtungsradweg mit Mittellinie, der bei bedecktem Himmel geradeaus durch einen Stadtpark führt

Die Maße, an denen sich Wegequalität festmachen lässt

Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen setzen für einen Einrichtungsradweg 1,60 Meter lichte Breite als Mindestmaß an, 2,00 Meter als Regelmaß. Zweirichtungsradwege beginnen bei 2,00 Metern, gemeinsame Geh- und Radwege bei 2,50. Diese Werte sind Empfehlungen und keine bindende Vorschrift, was erklärt, warum ein großer Teil des Bestands darunter liegt und trotzdem nicht rechtswidrig ist.

Wichtig ist der Begriff der lichten Breite: gemeint ist die tatsächlich befahrbare Fläche, ohne Bordsteinschräge, ohne Entwässerungsrinne und ohne den seitlichen Sicherheitsraum zu Pollern, Mauern oder parkenden Autos. Wird dieser Raum mitgerechnet, sieht ein zu schmaler Weg auf dem Papier normgerecht aus. Der Unterschied lässt sich mit einem Zollstock in zehn Sekunden klären.

Praktisch bedeutet ein Weg unter 1,60 Metern, dass Überholen nicht mehr stattfindet, ohne dass eine Seite ausweicht. Bei Lastenrädern mit 85 bis 100 Zentimetern Breite und bei Anhängern greift der Effekt noch deutlich früher. Der Fahrzeugmix auf Radwegen hat sich seit der letzten Fassung des Regelwerks spürbar verändert, die Regelmaße dagegen nicht.

Benutzungspflicht: wann man auf die Fahrbahn darf

Ein vorhandener Radweg muss nur dann benutzt werden, wenn er mit einem der blauen Schilder 237, 240 oder 241 gekennzeichnet ist. Fehlt diese Beschilderung, ist die Fahrbahn eine reguläre Option — auf Straßen mit Tempo 30 häufig die übersichtlichere und schnellere.

Selbst bei vorhandener Beschilderung entfällt die Pflicht, wenn der Weg unzumutbar ist: zugewachsen, aufgebrochen, zugeparkt, verschmutzt oder im Winter nicht geräumt. Diese Ausnahme ist kein Graubereich, sondern gefestigte Rechtsprechung. Sie wird nur selten genutzt, weil sie wenig bekannt ist.

Routen rund um Düsseldorf

Die Rheinschiene ist die zuverlässigste Verbindung im Stadtgebiet: über weite Abschnitte asphaltiert, breit und kreuzungsfrei, und damit die einzige Strecke, auf der ein gleichmäßiger Schnitt möglich ist. Sie ist zugleich die meistgenutzte, was an Sommerwochenenden zu spüren ist.

Nach Osten führt die naheliegende Feierabendrunde in den Eller Forst und weiter zum Unterbacher See, mit wechselndem Untergrund zwischen Asphalt und festem Waldweg. Die Parkrouten durch Südpark und Volksgarten sind landschaftlich die reizvollsten und verkehrlich die langsamsten: viele Querungen, viel Fußverkehr.

Wer über die Stadtgrenze hinaus will, ist bereits auf dem Rheinradweg unterwegs: als EuroVelo 15 international ausgeschildert, im deutschen Abschnitt zusätzlich als D-Route 8. Die Etappen flussauf Richtung Köln und flussab Richtung Duisburg sind flach, durchgehend beschildert und haben am Ende einen Bahnanschluss.

Häufige Fragen

Wie breit muss ein Radweg mindestens sein?

Für einen Einrichtungsradweg nennen die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen 1,60 Meter lichte Breite als Mindest- und 2,00 Meter als Regelmaß. Für Schutzstreifen auf der Fahrbahn gelten 1,25 beziehungsweise 1,50 Meter.

Sind diese Breitenangaben verbindlich?

Nein. Es handelt sich um ein technisches Regelwerk mit Empfehlungscharakter, das bei Planung und Neubau herangezogen wird. Eine Pflicht, bestehende Anlagen nachträglich zu verbreitern, folgt daraus nicht.

Wann darf ich statt des Radwegs die Fahrbahn nutzen?

Immer dann, wenn keines der blauen Schilder 237, 240 oder 241 aufgestellt ist, sowie zusätzlich dann, wenn der beschilderte Weg unzumutbar ist, etwa durch Beschädigung, Verschmutzung, Bewuchs oder fehlenden Winterdienst.

Welche Düsseldorfer Strecke eignet sich zum Pendeln?

Die durchgehenden Uferabschnitte am Rhein, weil sie über lange Strecken ohne Querungen auskommen. Die Parkrouten sind für den Weg zur Arbeit zu kreuzungsreich und im Berufsverkehr zu stark von Fußgängern genutzt.

Sind die Uferwege ganzjährig befahrbar?

Nicht durchgehend. Tief liegende Abschnitte werden bei Hochwasser überspült und gesperrt; die Umleitungen führen dann auf die höher gelegenen Deich- und Straßenrouten.