Radwege in Düsseldorf: Karte, Routen und die schönsten Touren am Rhein
Stand: 10. Juni 2026Rubrik Radwege

Wer Routen am Rhein sucht, findet in Düsseldorf zunächst die einfache Antwort: eine lange, weitgehend durchgehende Uferstrecke, auf der sich zwanzig Kilometer angenehm abspulen lassen. Die schwierigere Antwort betrifft alles daneben. Radwege in Düsseldorf sind zwischen Uferpromenade und Nebenstraße sehr ungleich gebaut, und die Unterschiede lassen sich messen.
Was die Karte zeigt und was sie nicht zeigt
Jede Karte stellt einen Radweg als Linie dar. Ob diese Linie 1,20 oder 2,00 Meter breit ist, ob sie an einer Bordsteinkante endet oder an einer Ampel, geht daraus nicht hervor — und genau das entscheidet über die Fahrbarkeit.
Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen, kurz ERA, setzen dafür Maße an. Ein Einrichtungsradweg soll eine lichte Breite von 1,60 Metern nicht unterschreiten; das Regelmaß liegt bei 2,00 Metern. Schutzstreifen auf der Fahrbahn beginnen bei 1,25 Metern und sollen 1,50 Meter erreichen. Diese Zahlen sind Empfehlungen, keine bindende Vorschrift, was erklärt, warum ein erheblicher Teil des Bestands darunter bleibt: Was einmal gebaut ist, wird selten allein wegen einer Breitenempfehlung zurückgebaut.
| Anlagentyp | Mindestmaß | Regelmaß |
|---|---|---|
| Einrichtungsradweg | 1,60 m | 2,00 m |
| Zweirichtungsradweg | 2,00 m | 2,50 m |
| Radfahrstreifen | 1,85 m | 2,00 m |
| Schutzstreifen | 1,25 m | 1,50 m |
| Gemeinsamer Geh- und Radweg | 2,50 m | 3,00 m |
Praktisch heißt das: Auf einem Weg unter 1,60 Metern ist jedes Überholen eine Aushandlung, und zwei entgegenkommende Lastenräder passen nicht aneinander vorbei. Wer die eigene Stammstrecke einmal mit dem Zollstock nachgemessen hat, liest jede Karte danach anders. Ausführlich zu den Breitenmaßen und ihrer Herkunft steht das in der Auswertung zu zu schmalen Radwegen.
Routen am Rhein: drei Strecken, die funktionieren
Wer Routen am Rhein plant, hat es im Stadtgebiet mit drei brauchbaren Varianten zu tun, die sich in Untergrund, Länge und Störanfälligkeit deutlich unterscheiden.
Die Uferstrecke nördlich der Altstadt ist die zuverlässigste Verbindung im Stadtgebiet: asphaltiert, breit, über weite Abschnitte kreuzungsfrei und damit die einzige Strecke, auf der sich ein gleichmäßiger Schnitt fahren lässt. Sie ist zugleich die am stärksten frequentierte. An Sommerwochenenden teilen sich Rennräder, Lastenräder, Inlineskater und Spaziergänger dieselbe Breite.
Die zweite Route führt nach Osten in den Eller Forst und weiter zum Unterbacher See. Der Untergrund wechselt zwischen Asphalt und festem Waldweg; im Herbst liegt streckenweise Laub, das bei Nässe rutschig wird. Als Feierabendrunde von rund anderthalb Stunden ist sie die naheliegende Wahl für alles südöstlich der Innenstadt.
Die dritte verbindet Südpark und Volksgarten. Landschaftlich die schönste der drei, verkehrlich die langsamste: viele Querungen, viel Fußverkehr, wenig Möglichkeit, durchzufahren. Als Wochenendrunde gut, als Pendelstrecke am Morgen nicht.
Wer weiter will als bis zur Stadtgrenze, ist ohnehin schon auf dem Rheinradweg unterwegs, ohne es zu merken.
Der Rheinradweg als Fernroute
Der Rheinradweg folgt dem Fluss von den Quellen in den Schweizer Alpen bis zur Mündung bei Hoek van Holland. International ist er als EuroVelo 15 ausgeschildert, der deutsche Abschnitt zusätzlich als D-Route 8. Düsseldorf liegt ungefähr in der Mitte des deutschen Teils, was die Stadt zu einem praktischen Start- oder Endpunkt für einzelne Etappen macht.
Für Tagestouren bieten sich die Abschnitte flussabwärts Richtung Duisburg und flussaufwärts Richtung Köln an: beide flach, beide durchgehend ausgeschildert, beide mit Bahnanschluss am Ende, sodass die Rückfahrt nicht selbst wieder eine Etappe wird. Ein Hinweis für die kalte Jahreszeit: Die tiefer liegenden Uferabschnitte werden bei Hochwasser überspült und gesperrt, die Umleitung führt dann auf die höher gelegenen Deichrouten.
Radwege in Düsseldorf jenseits der Uferstrecke
Sobald man das Ufer verlässt, wird das Netz uneinheitlich. Typisch sind drei Muster: der zu schmale Altbestand entlang von Hauptstraßen, die abrupt endende Führung, die Radfahrende ohne Übergang auf die Fahrbahn entlässt, und der gemeinsame Geh- und Radweg, der beide Gruppen auf zweieinhalb Metern zusammenlegt.
Wer die Radwege in Düsseldorf abseits des Ufers regelmäßig nutzt, kennt diese drei Muster und plant sie mit ein. An dieser Stelle lohnt es sich, die Beschilderung zu kennen. Eine Benutzungspflicht besteht nur bei den blauen Schildern 237, 240 und 241. Fehlen sie, darf die Fahrbahn benutzt werden, und auf einer Straße mit Tempo 30 ist das oft die schnellere und sicherere Variante. Diese Wahlmöglichkeit ist der praktischste Hebel im Alltag: Nicht jede vorhandene Anlage muss genutzt werden.
Ein letzter praktischer Punkt, der auf keiner Karte steht: Entlang der Uferstrecke wechselt der Belag an mehreren Stellen von Asphalt auf Verbundpflaster, und zwar ohne Ankündigung. Mit 28 Millimeter breiten Reifen merkt man jede dieser Stellen, mit 40ern kaum eine. Wer die Radwege in Düsseldorf regelmäßig fährt, wählt die Reifenbreite am Ende eher danach als nach dem eigenen Gewicht.
Häufige Fragen
Wie breit muss ein Radweg in Deutschland mindestens sein?
Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen nennen für einen Einrichtungsradweg eine lichte Breite von 1,60 Metern als Mindestmaß und 2,00 Meter als Regelmaß. Für Schutzstreifen auf der Fahrbahn gelten 1,25 Meter als Mindest- und 1,50 Meter als Regelmaß. Diese Werte sind Empfehlungen, keine bindende Vorschrift, was erklärt, warum so viele bestehende Wege darunter liegen.
Muss man einen Radweg benutzen, wenn einer vorhanden ist?
Nur wenn er mit einem der blauen Schilder 237, 240 oder 241 gekennzeichnet ist. Ohne diese Beschilderung darf die Fahrbahn benutzt werden, auch wenn daneben ein baulich angelegter Weg verläuft. Bei Radwegen, die erkennbar unzumutbar sind, etwa durch Verschmutzung oder Beschädigung, entfällt die Benutzungspflicht ebenfalls.
Wo verläuft der Rheinradweg?
Er folgt dem Fluss von den Quellen in den Schweizer Alpen bis zur Mündung bei Hoek van Holland und ist als EuroVelo 15 ausgeschildert; der deutsche Abschnitt trägt zusätzlich die Nummer D-Route 8. Düsseldorf liegt mitten auf der Strecke, sodass sich einzelne Etappen problemlos als Tagestour fahren lassen.
Sind die Uferwege auch bei Hochwasser befahrbar?
Nicht durchgehend. Die tiefer liegenden Abschnitte direkt am Wasser werden bei höheren Pegelständen überspült und gesperrt; die Umleitungen führen dann auf die parallel verlaufenden Deich- und Straßenrouten weiter oben. Vor einer Tour im Winter oder nach längerem Regen lohnt ein Blick auf den aktuellen Pegelstand.
Welche Strecke eignet sich zum Pendeln, welche zur Freizeit?
Zum Pendeln taugen die durchgehenden Uferabschnitte und die Hauptachsen mit wenigen Querungen. Die Parkrouten durch Südpark und Volksgarten sind landschaftlich reizvoll, haben aber viele Kreuzungen und Fußgängerverkehr: schön am Wochenende, langsam am Morgen.